Wir fuhren einfach drauf los, Ziel Bistro Gleis 1 in Odenhausen (siehe Bericht vom 20. Juni 26). Auf der Fahrt – natürlich über Land – fiel die Kirche von Londorf ins Auge. Nicht umsonst wird sie der „Dom der Rabenau“ genannt. Geöffnet war sie entgegen den Internet-Ankündigungen nicht. Aber eine nette Pfarrersfrau holte ihren Mann. Gemeinsam führten sie uns durch den öffentlichen Pfarrgarten und die Kirche.

Der Pfarrgarten ist in einem bemerkenswert guten Pflegezustand – und jemand sammelt Hosta. Sehr auffällig waren Engel- und andere Statuen aus Holz. Pfarrer Leissler erklärte, dass auf diese Weise mehrere Bäume (Erle, Fichte, Tanne) vor der endgültigen Fällung gerettet worden seien. Die Skulpturen sind eine Motorsägenarbeit eines Mitarbeiters des kommunalen Bauhofs. Beim Außenaltar wurde eine Grabplatte recykelt, das Kreuz erstellte ein örtlicher Handwerker. Es gibt noch so einige andere Auffälligkeiten, z.B, den „Kirchenspatz“, dessen farbige Eier die Gemeinden des Kirchspiels versinnbildlichen. Gepflegt wird der Pfarrgarten durch die Konfirmanden unter Anleitung des Pfarrer-Ehepaares.
Die Kirche ist innen nicht so spektakulär wie außen, hat aber doch einiges Sehenswerte. Besonders zu erwähnen ist eine Lutherbibel von 1719, die immer noch benutzt wird. Außerdem gibt es ein achteckiges Taufbecken, vermutlich 8. Jahrhundert, das aus Lungstein hergestellt wurde (= Londorfer Basaltlava).*1) Es gibt übers Jahr verteilt etliche Musikveranstaltungen und einmal pro Monat ein Liturgisches Nachtgebet, das besonders junge Menschen anzieht. *2)
Da wir uns schon in Odenhausen gestärkt hatten, ließen wir den Biergarten am Schlosspark*3) links liegen. Er sieht jedoch sehr schön aus, mit Blick auf das Mini-Golf-Feld. Wann haben Sie zuletzt Mini-Golf gespielt? Kennen Ihre Kinder und Enkel Mini-Golf? Auf dem Weg zum Parkplatz bemerkten wir auch ein schönes Fachwerkhaus.


Ansonsten wußten wir bis dahin von der Rabenau nur, dass die Gemeinde im Ortsteil Geilshausen die Kreis-Kompostieranlage betreibt und dass man immer mal wieder etwas von der nicht fahrenden Lumdatalbahn liest. Ich weiß jetzt aber, dass Londorf zu den ältesten Orten Deutschlands gehört. Es wurde vermutlich im Jahre 758 gegründet. Das Schloss befindet sich immer noch in Privatbesitz der Grafen von Schwerin. Es existiert jedoch nur noch die Unterburg. Und die wurde derart renoviert und umgebaut, dass sie als Burg nicht mehr erkennbar ist. Vor allem spielt der abseits liegende Burggarten eine wichtige Rolle im Ort. Die riesige Grünfläche ist von einer ehemaligen Burgmauer umgeben und wurde in den Jahren 1820 bis 1830 angelegt. Im Jahr 1842 folgte der Bau eines Pavillons, in dem unter anderem Rainer Maria Rilke zu Gast gewesen ist. Seit der Gründung des Verkehrsvereins Rabenau wird das Grundstück für zahlreiche Veranstaltungen genutzt.
Übrigens gehören zur Rabenau die Ortsteile Allertshausen, Geilshausen, Kesselbach, Londorf, odenhausen und Rüddingshausen.
*1)wikipedia.Londorfer Basaltlava)
*2) Londorf.de/index.php/informationen/kontakte
*3) https://burgen-und-schloesser.de/deutschland/hessen/rabenau/schloss-londorf/
Fotos W. Senger, Ev. Renell







