Eine überraschende E-Mail aus Namibia an den Bilderbogen

In Namibia waren wir von Mitte September bis Anfang Oktober 2022. Die vorletzte Station vor der südafrikanischen Grenze war das Städtchen „Aus“ – das heißt „Große Schlange“. Aus liegt an der Bahnstrecke zwischen Keetmannshoop im Osten und Lüderitz an der Küste. Zu Kaiser Wilhelms Zeiten, von dem am Bahnhof von „Aus“ noch ein Denkmal steht, wurde auf dieser Strecke Erz transportiert. Natürlich hatten wir wie überall viel fotografiert.
Aber sehr überrascht waren wir über eine Email von Richard am 8. Juli:

Viele Grüße aus Namibia! Erinnerungen an Ihre Reise 2021/2022 (Aus Clinic)

Hallo Herr Senger und das gesamte Team des BilderBogens,

ich hoffe, es geht Ihnen allen gut! Ich schreibe Ihnen heute aus Namibia. Wir haben uns im Jahr 2021/2022 getroffen, als Sie auf Ihrer sechswöchigen Reise durch unser Land waren. Damals habe ich in der staatlichen Klinik in Aus (Ministry of Health and Social Services) gearbeitet.
Ich habe immer noch die Visitenkarte mit Ihren Porträtskizzen, auf die Frau Eveline damals handschriftlich Ihre Reiseseite „Voyage: auf-elwins-spuren.de“ aufgeschrieben hat. Ich halte diese Karte in Ehren und habe mich vor Kurzem an unser schönes Treffen zurückerinnert.
Ich wollte mich einfach mal melden und fragen, ob Sie sich noch an den Stopp in Aus erinnern? Haben Sie vielleicht noch Fotos von Ihrer damaligen Reise oder von unserem Treffen, die Sie mit mir teilen möchten? Ich würde mich riesig freuen, wieder von Ihnen zu hören!

Herzliche Grüße ausNamibia,

Nicht nur der Bilderbogen, sondern auch unsere Reiseseite >auf-elwins-spuren.de< wurde gehackt, so dass wir die Fotos neu bearbeiten mussten, um sie Richard zu schicken. Ein paar davon wollen wir euch hier zeigen. Richard lernten wir vor dem Health Center in „Aus“ kennen. 2022 stand es noch im Banne der Corona-Maßnahmen. Nebenan gibt es das Multipurpose Center, das von einer amerikanischen Organisation unterstützt wird.
„Aus“ hat das sehr gute Bahnhofshotel mit einem schön angelegten Innenhof. Gepflegt werden die Pflanzen von einem Mitarbeiter, Angehöriger des Volkes der „San“ (früher nannte man sie in Deutschland Buschmänner). Er spricht mit seinen Pflanzen, und das Ergebnis ist atemberaubend. Der orangefarbene „Berg“ ist eine einzige Pflanze Carpobrotus edulis, die Essbare Mittagsblume (Foto darunter, die weißblühende Art). Übrigens, bei der rotblühenden Pelargonie handelt es sich um eine im südlichen Afrika heimische Pflanze. Auch die, die Sie auf Ihrem Balkom pflegen, hat ihre Vorfahren dort.
Es gibt vier verschiedene Kirchen, die aber kooperieren. Wenn jemand gestorben ist, singen die Chöre aller Kirchen bei der Beerdigung gemeinsam.
In der Tankstelle, deren Besitzerin schwedische Vorfahren hat, kann man zugleich alles für den täglichen Bedarf einkaufen, Kaffee trinken und essen.

Bei de

Eine von vier Kirchen in „Aus“ mit den beiden Küsterinnen, die extra uns zuliebe die Kirche öffneten.

Warum schreibe ich diesen Beitrag unter „Nachbarschaften“? Das liegt an Winfried, der Mitglied im Deutschen Amateur Radio Club (DARC), also Amateurfunker ist. Und der wirbt unter dem Slogan „Unser Nachbar ist die Welt“.

Fotos Winfried Senger und Eveline Renell

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